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Die kleine Blattgemüse-Fibel: Kresse

Peppergrass, Barbarakresse, Gartenkresse und Wasabi-Rauke
Peppergrass, Barbarakresse, Gartenkresse und Wasabi-Rauke

"Kresse" ist ein Sammelbegriff für mehrere Pflanzen, die als essbare Kräuter angebaut werden. Brunnenkresse kann man auch als Wildgemüse an Bachrändern finden. In letzter Zeit ist der Begriff noch breiter geworden, weil manche Firmen die populär werdenden Microgreens (Keimpflanzen) allgemein als Kresse bezeichnen und daher von "Radieschen-Kresse" oder "Brokkoli-Kresse" reden. Das ist schade, weil der Name "Kresse" von dem germanischen Wort "cresso" ableitet und bedeutet würzig-scharf im Geschmack, was nicht immer bei den Microgreens der Fall ist.

 

Die Kresse-Arten, die den Namen verdienen, haben alle gemeinsam, dass sie Kreuzblütengewächse (Brassicaceae) sind, wie ganz viele Gemüse-Arten.  Während die Brunnenkresse zur Gattung Nasturtium gehört, ist die herkömmliche Gartenkresse (Lepidium sativum) einer anderen Gattung zuzuordnen. Dann gibt es die beliebte Gartenblume, die Kapuzinerkresse (Tropaeolum), die ebenfalls würzig-scharf schmeckt und ist noch dazu saftig. Die meisten Kresse-Sorten sind einjährig und relativ schnellwüchsig. Eine Ausnahme ist die zweijährige Barbarakresse (Barbarea vulgaris), so genannt, weil sie am  4. Dezember, dem Barbaratag, noch grün ist.

 

Generell ist jede Kresse eine gute Quelle für Vitaminen K, C und A, sowie Mineralien. Sie können als Salat genossen werden, aber auch als Spinat gekocht. Wenn sie mit einem fetthaltigen Geschmacksträger kombiniert werden, verlieren sie ihre Schärfe. Also, wer gerne scharf isst soll Kresse pur genießen! Mit ihrem hohen Gehalt an Senföl sind sie immunstärkend und wirken antibakteriell und entzündungshemmend.

 

Im Küchengarten wachsen unterschiedliche Kresse-Sorten.  Die Wasabi-Kresse (Diplotaxix erucoides), auch "Weiß-Doppelrauke" oder "Senfrauken-Doppelrauke", ist eine europäische Wildpflanze, die in der Tat nach dem japanischen Wasabi schmeckt.  Tanjas Lieblingssorte , "Curled Peppergrass" (Lepidium sativum), mit ihren filigranen Blättern und ordentlicher Schärfe, ist immer in saisonalen Salatmischungen im Frühjahr und Herbst dabei. Eigentlich könnte Rucola (Eruca sativa) unter Kresse auch vorgestellt werden, weil "Rauke" ebenfalls würzig-scharf bedeutet, aber das lassen wir mal. Man sieht in dieser kurzen Fibel-Beitrag wie komplex die Welt der Kresse ist und wie wichtig es für die Gärtnerin ist, die botanischen Namen auch zu kennen.

 

 

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