Nachhaltige Landwirtschaft beutet weder Boden noch Menschen aus.


Was man isst verändert die Welt. Was man pflanzt auch. Wir verändern die Welt jeden Tag! Jede Kaufentscheidung ist eine Wahl, die Auswirkungen auf die Umwelt und die Biodiversität hat und somit auf die Zukunft unserer Erde. Jeden Tag, 3 Mal am Tag, entscheiden Sie über Ihr Essen. Kennen Sie die Herkunft Ihrer Lebensmittel? Den ökologischen Fußabdruck? Mehr über die Wirkung Ihrer Kaufkraft auf Biodiversität finden Sie hier.

 

Mit jeder Tomate und jeder Karotte unterstützen Sie eine lange Kette an Auswirkungen, die wie das Kielwasser eines Bootes den Weg der Lebensmittel zu ihrem Teller bestimmen. Dieser Weg der Produkte aus dem Küchengarten - das Kielwasser, sozusagen - ist möglichst sanft, möglichst regional, möglichst im Sinne der Vielfalt und Nachhaltigkeit. Kompostierter Mist und Holzhäcksel aus der unmittelbaren Region, emissionsfreie Handarbeit, fairer Lohn für Mitarbeiterinnen, Samen von kleinstrukturierten Saatgutproduzenten mit ähnlicher Weltsicht, geförderte Vielfalt, Methoden im Einklang mit der Natur - das alles bewirkt Ihre Kaufentscheidung, wenn Sie in den Genuss von Produkten aus dem Küchengarten kommen. 

Photo: (c) Kary Wilhelm, 2017
Photo: (c) Kary Wilhelm, 2017

Ist das alles bio?

Es ist mehr als bio. Meine Standards gehen über die Bio-Zertifizierungsstandards hinaus. Die Anbauweise beschreibe ich als "biointensiv" und "natürlich". Es ist ein großes Glück, auf einer unverseuchten Wiese mit einem perfekten Mikroklima den Garten anbauen zu dürfen. Synthetische Chemikalien sind am Feld verbannt, ebenfalls Pflugeln und Umgraben, damit das Bodenleben intakt bleibt und noch aktiver wird. Dadurch wird auch Kohlendioxid (CO2) im Boden gespeichert statt freigesetzt

Inputs bestehen aus reinem Kompost und Holzhäcksel aus der unmittelbaren Region. Karton und Mulchfolie sind biologisch abbaubar. Es wird sanft  gearbeitet - alles möglichst schonend, sowohl für Gärtnerin als auch für Garten. Und emissionsfrei.

-> Scrollen Sie hinunter um die Anbauweise anzuschauen!

-> Mehr zu meinen Prinzipien hier.

 

 

Photo: (c) Kary Wilhelm, 2017
Photo: (c) Kary Wilhelm, 2017

Übrigens: Bio ist nicht alles.

Wissen Sie woher ihr Gemüse kommt? Durch welche Hände es gegangen ist? Wie viele Kilometer unter welchen Bedingungen es hinter sich hat? Ob der Bauernhof finanziell gesund ist?

Bio-Zertifizierung ist gut, wenn man die Herkunft nicht kennt, ist aber keinesfalls Garantie, dass die Produkte ....

  • frisch sind,
  • eine gute Ökobilanz aufweisen,
  • den Erhalt alter Sorten sichern,
  • ohne Ausbeutung von Bäuerin und Erntehelfer ("fair trade") auf das Regal kommen.

Wenn Sie mein Gemüse kaufen, können Sie damit rechnen, dass es mindestens 5 Mal durch meine Hände gegangen ist - vom Aussäen und Auspflanzen bis zum Ernten, Waschen, Packen und Liefern.  Machen Sie selbst ein Bild: Der Küchengarten ist März - November offen! -> Kontakt


Mit System

Im Aufbaujahr 2017 wurden Dank viel Hilfe und Anstrengung die ersten 1000 qm innerhalb 10 Tagen aufgebaut. Die Geschichte sehen Sie in Bildern unten!

 

Das Ganze hat System. Weil der Garten an einem Feld mit teils steiler Hanglage steht, wurden zunächst die Keylines nach der Permakultur mit einem einfachen, selbstgebauten Messinstrument ausgesteckt und die Blöcke markiert.

 

Bei der "no dig" Methode, die Charles Dowding in England perfektioniert, wird nicht umgegraben. Biologisch abbaubarer Karton wird auf der Wiese gelegt und darauf Kompost ausgebreitet. Würmer fressen den Karton und das absterbende Pflanzenmaterial gerne. Dank ihrer fleißigen Mitarbeit werden innerhalb weniger Wochen Karton und organisches Material abgebaut und nebenbei Luftkanäle von den Würmern gebaut. Das ist gut für das Bodenleben, denn auch unter der Erde atmen die Lebewesen!

 

Die Wege werden mit Holzhäcksel gemulcht. Diese Mulchlage ist nicht nur angenehm für die Füße sondern befördert die Bildung von Mykorrhiza, eine Pilzart, die unterirdisch in Symbiose mit Pflanzen lebt und Nährstoffe direkt an die Wurzeln von Nutzpflanzen liefert. Im Gegenzug bekommen die Mykorrhizapilze auch Nährstoffe von den Pflanzen, die sie selber nicht verarbeiten können. Mehr über diese faszinierende Beziehung, die Dank "no dig" und Holzhäcksel gefördert wird, können Sie hier auf Wikipedia lesen.

 

Die Reihen sind standardisiert auf 15m lang und 75 cm breit, mit 45 cm dazwischen. Die standardisierte Länge erleichtert die Planung. Die Breite ermöglicht eine biontensive Anbauweise sowie ergonomisches Arbeiten. Das ist auch wirtschaftlich wichtig: Biointensiv heißt, auf der gleichen Fläche kann der Ertrag bis zu 6 X größer als auf einem Feld wo die Reihen von Traktor und Co bestimmt werden! Die Reihenbreite passt auch zum Werkzeug für die Bearbeitung und Aussaat, die Wege sind breit genug für eine Schubkarre.

 

Am 30. März 2017 wurden die ersten frühe Gemüsesorten wie Rohnen, Rüben, Blattsalat, Spinat, Rucola, Erbsen und Petersilie ausgesät.

Nach einem Aufenthalt im Ausland in April, wurde die Gärtnerin bei ihrer Rückkehr von einem Unkrautgarten begrüßt! Hartknäckige Wiesenpflanzen wie Löwenzahn, Wiesen-Bärenklau und Hahnenfuß sind durch die Schichten gewachsen. Die Lösung: Reihen mit anwachsendem Gemüse wurden gejätet bzw. abgeerntet, der Rest wurde mit Planen bedeckt. Nach 4 Wochen konnten sie entfernt werden und die nun sauberen Reihen für den Aussaat bzw. das Auspflanzen vom Sommergemüse vorbereitet werden. Auf gleicher Weise ruhen abgeerntete Reihen bis zum nächsten Aussaat während der ganzen Saison. Es gibt an manchen Reihen bis zu 4 Aussaattermine, nach dem phänologischen Kalender: Frühjahr, Frühsommer, Spätsommer und Herbst.

 

Auf gleicher Weise wurde die Anbaufläche auf 2000 qm im Gartenjahr 2018 verdoppelt.


Wie der Garten entstanden ist (März-Juni 2017)

Jänner - Mai 2018