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60 Gemüsesorten in 60 Tagen: Roter Amarant

Der rote Amarant, auch "roter Meier" genannt, ist eine Pracht im Küchengarten. Noch wichtiger als das Aussehen: die Blätter und Samen sind ein sogenanntes Super Food! Jede Pflanze hat eine Geschichte und die Story hinter Amarant ist besonders spannend. Diese uralte Kulturpflanze wurde bereits von den Azteken kultiviert und hat somit eine Geschichte, die weit über 6000 Jahre zurückreicht. Neben Mais und Quinoa waren die getreideähnlichen Körner des Amarants nicht nur Grundnahrungsmittel, sondern spielten auch bei religiösen Ritualen der Hochkultur eine wichtige Rolle. Die Samen wurden mit Honig vermischt, um göttliche Figuren zu formen, welche zunächst verehrt, dann zerbrochen und zum Essen verteilt wurden. Die spanischen Eroberer, die die Ureinwohner zum Christentum erzwingen wollten, stellten den Anbau und den Konsum von Amarant unter Todesstrafe und verbrannten die Felder, woraufhin die Pflanze lange Zeit in Vergessenheit geriet. In den 1970er Jahren wurde Amarant erstmals in die USA eingeführt und erfreut sich auch mittlerweile - als glutenfreie Alternative zu den herkömmlichen Getreidesorten - großer Beliebtheit. (Quelle: www.ancientgrains.com)

 

Amarant wächst in höheren Lagen und hält auch längeren Trockenperioden stand. Hinsichtlich der Verarbeitung sind kaum Grenzen gesetzt. Die jungen, zarten Blätter machen sich roh in Smoothies und Salaten gut, entfalten aber auch beim Kochen ihr Aroma. Im Gegensatz zum Blattspinat, erhalten die gekochten Blätter ihre Struktur. Grundsätzlich kann jedes Gericht in dem traditionellerweise Blattspinat vorgesehen ist, mit Amaranth zubereitet werden. Übrigens: Amarant-Blätter spielen die Hauptrolle in dem karibischen Nationalgericht "Callaloo" - Rezepte für dieses Eintopfgericht finden Sie im Internet.

 

Nährwert: 100g gekocht enthalten Amaranth-Blätter unter anderem Vitamin A (73% des täglichen Bedarfs), Vitamin C (90%), Riboflavin (10%), Vitamin B6 (12%), Folsäure (19%), Kalzium (28%), Eisen (17%), und Mangan (57%).

 

Fun Fact: "Amarant" stammt von dem griechischen Wort amarantos, "das niemals verblassende" oder "eines, das nicht verwelkt". In der englischen Sprache bedeutet "amaranth" poetisch "unvergängliche Blume" und ist ein Symbol für Unsterblichkeit.

 

Erhältlich: Amarant-Blätter werden ab Juni bis zum ersten Frost im Küchengarten geerntet. Sie werden auch als Microgreens, also Keimpflanzen, ganzjährig auf Bestellung angebaut. Saatgut von Seedaholics.

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Kommentare: 20
  • #1

    Juila (Samstag, 06 März 2021 18:54)

    ist jede Amarant-Sorte als roh als Salat verzehrbar. Also die Blätter? Oder sind die giftig?

  • #2

    BissigeKatze (Freitag, 11 März 2022 18:05)

    Natürlich sind die alle essbar. Genau wie z.B. alle Lauchgewächse essbar sind (ok, aber vom Lauch sind nicht alle genießbar. Die Blüte vom Buntlauch schmeckt wie Seife)

  • #3

    Daniel (Dienstag, 05 Juli 2022 20:07)

    Die Demeter-Gärtnerei meines Vertrauens, verkauft mir nicht nur ihre Tomatenjungpflanzen. In vielen Töpfen keimen ebenfalls viele Samen des Roten Amaranths.
    Der Chef erzählte mir vor Jahren von der Vielseitigkeit dieser leckeren Pflanze … „Es braucht nur eine Große Pflanze pro Gewächshaus und es wird keine Probleme mit der Weißen Fliege geben!!! ;-)
    Aber Achtung!, beim Aussamen verstreut jede Pflanze 100e oder mehr an keimwilligen Samen; mein Garten steht voll mit diesem Gemüse. ^^

  • #4

    Tanjas Küchengarten (Mittwoch, 06 Juli 2022 10:26)

    Vielen Dank für die Tipps, Daniel!

  • #5

    Daniel G. (Mittwoch, 06 Juli 2022 18:36)

    Sehr gerne, Tanja.
    Nachdem mich Freunde auf den letzten Absatz ansprachen; klar, die Pflanze vermehrt sich sehr gut. Allerdings wird sie nicht zum Unkraut. Dieses Kulturbegleitgrün/ Spontanbegrünung lässt sich ohne weiteres gut an Stellen jäten & entfernen, an denen man es nicht haben möchte.
    Tipp: Der Blütenansatz abgeschnitten und in einer Pfanne angebraten ist sehr lecker. �� Ein richtiges Gourmet-Gemüse.

  • #6

    ubaTaeCJ (Sonntag, 21 August 2022 02:06)

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  • #7

    ubaTaeCJ (Sonntag, 21 August 2022 02:07)

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  • #8

    ubaTaeCJ (Sonntag, 21 August 2022 02:08)

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  • #9

    ubaTaeCJ (Sonntag, 21 August 2022 02:09)

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  • #10

    ubaTaeCJ (Sonntag, 21 August 2022 02:09)

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  • #11

    ubaTaeCJ (Sonntag, 21 August 2022 02:10)

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  • #12

    ubaTaeCJ (Sonntag, 21 August 2022 02:10)

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  • #13

    ubaTaeCJ (Sonntag, 21 August 2022 03:23)

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  • #14

    ubaTaeCJ (Sonntag, 21 August 2022 03:24)

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  • #15

    ubaTaeCJ (Sonntag, 21 August 2022 04:30)

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  • #16

    ubaTaeCJ (Sonntag, 21 August 2022 05:06)

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  • #17

    ubaTaeCJ (Sonntag, 21 August 2022 05:08)

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  • #18

    ubaTaeCJ (Sonntag, 21 August 2022 05:45)

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  • #19

    ubaTaeCJ (Sonntag, 21 August 2022 05:46)

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  • #20

    Elias (Freitag, 28 Juni 2024 10:43)

    Nur ein kleiner inhaltlicher Kritikpunkt: Azteken als solche, bzw. Mexica (Eigenbezeichnung, Azteken ist eine Fremdbetitelung durch die Spanier) treten historisch nicht vor dem 14. Jahrhundert in Erscheinung. Der erstmalige Anbau von Amaranth liegt also ca nochmal 5000 Jahre vor der Migration der Mexica ins Texcoco-Tal, hat also mit den "Azteken" sogut wie nichts zu tun. Noch viel eher mit Olmeken oder Tolteken, die viel näher an dem Zeitraum dran sind. Ich klugscheißer nur so halbgern rum, aber das mit den "antiken" Azteken und Inka hab ich schon so oft in Beiträgen über Amaranth gelesen, dass ich mich grad unheimlich über die Möglichkeit zu Kommentieren hier freu und mir das zumindest einmal von der Seele reden muss :))