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60 Gemüsesorten in 60 Tagen: Salat-Vielfalt

Ah, die Salatsorten! Kaum eine andere Gemüsesorte bietet eine derartige Vielfalt in Form und Farbe, was auch damit zusammenhängt, dass Salat eine sehr lange Geschichte hinter sich hat: Kopfsalat erscheint in vielen mittelalterlichen Schriften, besonders als Heilpflanze. Hildegard von Bingen erwähnte Salat in ihren Schriften über Heilkräuter zwischen 1098 und 1179. Im Jahr 1586 lieferte Joachim Camerarius Beschreibungen der drei grundlegenden modernen Salatsorten - Kopfsalat, Blattsalat und Römersalat.

 

Mit besonderem Augenmerk auf Farbe, Muster und Blattstruktur spezialisiert sich Tanja auf drei Arten: Blattsalat, Römersalat (auch "Römischer Salat" oder "Romana-Salat") und Wintersalatsorten. In diesem Eintrag geht es um die Blattsalatsorten, die während der ganzen Saison für Salatmischungen geerntet werden. Größere Blätter werden handgepflückt (siehe vorher-nachher Bild unten), Baby-Salatblätter werden mit einem raffinierten Werkzeug namens „Greens Harvester“ geerntet – eine geniale Innovation von Eliot Coleman und der Firma „Farmer’s Friend“ für den kleinskaligen Gemüseanbau.

 

Rote Blattsalatsorten:

  • Lollo Rossa Jenny – bekannte Sorte mit roten, gekräuselten Blättern
  • Red Sails – schöne rote, gekräuselte Blätter, die je nach Jahreszeit mehr oder weniger dunkelrot sind
  • Red Salad Bowl – ähnlich wie Eichblattsalat
  • Bolchoï – dunkelrote Blätter
  • Roter Eichblattsalat – klassische Sorte mit Blättern, die Eichenblättern ähneln
  • Redbone – glänzend rote, gekräuselte Blätter
  • Forellenschluss – eine alte österreichische Sorte mit roten Flecken und festen Blättern, kann auch als Romana-Salat geerntet werden

Grüne Blattsalatsorten:

  • Radichetta - dunkelgrüne, gezackte, zarte Blätter, eine besonders robuste und süßschmeckende Sorte
  • Amish Hirschzunge – eine alte Sorte der Amish in den USA, die Blätter schauen wie Hirschzungen aus, hervorragender Geschmack, aber sehr zerbrechliche Blätter; wird als kleiner Kopf geerntet, um die Blätter möglichst zu schonen
  • Eichblatt – aus guten Gründen ein Klassiker, hellgrün leuchtende, gewellte Blätter
  • Lettony – eine hervorragende Sorte mit dunkelgrünen, gekräuselten Blätter

Nährwert: Salat liefert unter anderem Vitamin K und Vitamin A. Die römischen Salatsorten sind besonders nahrhaft. Mehr darüber im nächsten Eintrag!

 

Fun Fact: Salat (Lactuca sativa) ist eine einjährige Pflanze der Korbblütler-Familie, Asteraceae. Laut Wikipedia wurde Salat zuerst von den alten Ägyptern angebaut, die ihn aus einem Unkraut züchteten,  dessen Samen zur Herstellung von Öl verwendet wurden. Dank ihrer Züchtung ist die Wildpflanze zu einer Nutzpflanze geworden, die wegen ihrer sukkulenten Blätter und ölreichen Samen angebaut wurde. Der Salat wurde zunehmend auch von Griechen und Römern verwendet, von denen letztere ihm den Namen lactuca gaben, aus dem schließlich der englische Name „lettuce“ hervorging. Dank Christopher Columbus erreichte Salat aus Europa Nordamerika erstmals Ende des 15. Jahrhunderts.

 

Erhältlich: Die Blattsalatsorten sind die ersten und die letzten Salate, die im Küchengarten geerntet werden, und sind von April – November erhältlich.

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