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60 Gemüsesorten in 60 Tagen: Rosenkohl

Die zweite Hälfte der Serie beginnt mit Kohlgemüse. Von den Namen her, könnte man meinen, es geht um einen Blumengarten. Natürlich sind "Blumenkohl" und "Rosenkohl" zwei verschiedene Sorten, die zur botanischen Familie Brassica gehören. In der Tat essen wir die Blumen, allerdings als Knospen bevor sie Blüten bilden. Heute steht der Rosenkohl (auch "Sprossenkohl") im Mittelpunkt, ein wahres Prachtstück im Garten. Große Blätter wachsen aus einem hüfthohen Strunk, an denen die Kohlsprossen am Beginn jedes Blattansatzes wachsen. Die kleinen, begehrten Sprossen erinnern an einer Rose, allerdings ist diese Rose robuster. Erst nach dem ersten Frost oder gar im Winter geerntet, entfalten sie sich ihre Süße und sind ein Genuss.

 

Die Geschichte des Rosenkohls ist nicht ganz aufgeklärt. Laut www.foodtimeline.org wurde bereits im 13. Jahrhundert in Marktverordnungen in Belgien erwähnt, weshalb es auch „Brüssler Sprossen“ oder „Brüssler Kohl“ genannt wird. Den Namen „Rosenkohl“ verdankt dieses Gemüse seinen Blättern, die im Aufbau denen einer Rose gleichen (siehe Bilder unten). Im 18. Jahrhundert wurde die damalige Neuheit von dem Kontinent sogar mit Grünkohl verglichen; man vermutet, dass primär die Blätter genossen wurden und das aus guten Gründen! Rosenkohlblätter sind zart und süß, auch der Strunk ist kulinarisch verwendbar.

 

Während Bitterstoffe aus den neuen Sorten weitgehend herausgezüchtet wurde, muss man bei den alten Sorten mit der Ernte geduldig sein, denn erst nach einem ordentlichen Frost wandeln die Bitterstoffe in Zucker um. Tanja testet auch in der kommenden Saison mehrere Sorten von Rosenkohl im Küchengarten, wobei die köstlichen Sorten in grün und violett aus 2017 werden weiterhin angebaut. Traditionell wird Rosenkohl kurz in leicht gesalzenem Wasser gegart und mit Butter serviert. Heutzutage entdeckt man die Vielseitigkeit der Kohlsprossen – ob angeröstet mit oder ohne Speck, als Backofengemüse oder als Salat. Die kleinen Süßen aus dem Küchengarten sind ein Lieblings-Rohkostsnack von Tanja! Was wenig wissen: Die Blätter können wir Grünkohl, Mangold oder Spinat verwendet. In feinen Streifen mit Zwiebeln und Knoblauch kurz angebraten, dienen sie in Tanjas Küche als Grundlage für Beilagen, Pasta oder Wrapfüllung.

 

Nährwert: Rosenkohl enthält mehr Vitamin C als eine Zitrone! Er liefert eine Menge an wertvollen Nährstoffen wie Phosphor, Kalium, Zink, Magnesium, Kalzium, Kohlenhydrate und Ballaststoffe, sowie B-Vitamine und Vitamin K.

 

Fun Fact: In 2013 haben Wissenschaftler in einem Projekt mit Kindern ein Akku aus Rosenkohl gemacht und einen Weihnachtsbaum in London damit beleuchtet. Schauen (und staunen) Sie selber hier

 

Erhältlich: Rosenkohlblätter werden ab Oktober geerntet, die Sprossen erst in November nach dem ersten Frost. Tanja liefert die ganze Pflanze - Strunk mit den Sprossen sowie den obersten Blätter, damit alle köstliche Teile genutzt werden kann.

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