Ist das alles bio?

Was man isst verändert die Welt. Was man pflanzt auch. Wir verändern die Welt jeden Tag mit unserem Tun! Jede Kaufentscheidung ist eine Wahl, die Auswirkungen auf die Umwelt und die Biodiversität hat und somit auf die Zukunft unserer Erde. Jeden Tag, 3 Mal am Tag, entscheiden Sie über Ihr Essen. Kennen Sie die Herkunft Ihrer Lebensmittel? Den ökologischen Fußabdruck? Mehr über die Wirkung Ihrer Kaufkraft auf Biodiversität finden Sie hier.

Mit jeder Tomate und jeder Karotte unterstützen Sie eine lange Kette an Auswirkungen, die wie das Kielwasser eines Bootes den Weg der Lebensmittel zu ihrem Teller bestimmen. Dieser Weg der Produkte aus dem Küchengarten - das Kielwasser, sozusagen - ist möglichst sanft, möglichst regional, möglichst im Sinne der Vielfalt und Nachhaltigkeit. Natürliches Material aus der unmittelbaren Region, emissionsfreie Handarbeit, fairer Lohn für Mitarbeiterinnen, Samen von kleinstrukturierten Saatgutproduzenten mit ähnlicher Weltsicht, geförderte Vielfalt, Methoden im Einklang mit der Natur - das alles bewirkt Ihre Kaufentscheidung, wenn Sie in den Genuss von Produkten aus dem Küchengarten kommen. 

 


Also, ist das alles bio?

Zunächst, "bio" ist nicht gleich bio und nicht unbedingt ökologisch. Gemüse und Kräuter aus dem Küchengarten sind mehr als bio, wenn damit eine Zertifizierung gemeint ist. Meine Praxis geht über die Bio-Zertifizierungsstandards hinaus. Seit dem Beginn in 2017 beschreibe ich die Anbauweise als "biointensiv" und "natürlich". Es ist ein großes Glück, auf einer unverseuchten Wiese mit günsitgen Klimabedingungen den Garten anbauen zu dürfen. Chemikalien und sogenannte "Pflanzenschutzmitteln", die auch im Rahmen von Bio-Zertifizierung zulässig sind, sind im Küchengarten verbannt. Ebenfalls Pflügen und Umgraben ist für mich ein No-Go, damit das Bodenleben intakt bleibt und gedeiht. Dadurch wird auch Kohlendioxid (CO2) im Boden gespeichert statt freigesetzt

Ich arbeite möglichst schonend mit wenigen, einfachen Handwerkzeugen, dem Bodenleben und mir selbst zuliebe. Was das unterirdische Ökosystem für uns bedeutet habe ich in meinem Gartentagebuch 2018 erzählt: "Geht es dem Boden gut, geht es uns allen gut."

Saison 2020 ist noch radikaler geworden, weil ich das Ziel noch höher setze, und zwar "Null Inputs". Das bedeutet, dass nicht einmal Kompost auf die Beete kommt. Wie das gelingen kann und meine ersten Erfahrungen damit erzähle ich laufend auf Instagram und Facebook.  Diese Website wird erst im Winter 2020 ausführlich aktualisiert, aber nur so viel: "Nachhaltig" ist für mich inzwischen nicht genug. Wie John Kempf, Experte für regenerative Landwirtschaft, sagt, "Was wir derzeit haben ist nicht gut genug, um bloß nachhaltig zu arbeiten. Wir müssen es noch besser machen."

 

Übrigens: Bio ist nicht alles.

Wissen Sie woher ihr Gemüse kommt? Durch welche Hände es gegangen ist? Unter welchen Bedingungen es gewachsen ist? Wann es geerntet wurde? Wie viele Kilometer es hinter sich hat und unter welchen Bedingungen es transportiert wurde? Ob der Produzent finanziell gesund ist?

Bio-Zertifizierung ist gut, wenn man die Herkunft nicht kennt, ist aber keinesfalls Garantie, dass die Produkte ....

  • frisch sind,
  • eine gute Ökobilanz aufweisen,
  • den Erhalt alter Sorten sichern,
  • ohne Ausbeutung von Bäuerin und Erntehelfer ("fair trade") auf das Regal kommen.

Wenn Sie mein Gemüse kaufen, können Sie damit rechnen, dass es mindestens 5 Mal durch meine Hände gegangen ist - vom Aussäen und Auspflanzen bis zum Ernten, Waschen, Packen und Liefern. 

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