Ackerbau ist die Wiege der Kultur.


Servus!

Ich bin Tanja und ich kultiviere Gemüse und Kräuter an einem gepachteten Feld auf 750m Seehöhe am Hattingerberg in Tirol. Darin wachsen vielfältige, überwiegend alte Sorten aus Europa, Nordamerika und Asien, die selten wenn überhaupt in Supermärkten und Bauernläden zu finden sind. Sie wachsen natürlich nach biologischen und agrarökologischen Prinzipien in einem einzigartigen Mikroklima auf einem kleinen, feinen Tiroler Plateau.

 

Was ist ein Küchengarten?

Ein Küchengarten (auch "Feldgarten" oder "Potager") ist ein Garten, wo Gemüse, Obst und Kräutern erzeugt werden, traditionell um eine Herrschafts- oder Klosterküche zu versorgen. Wer frische, schmackhafte, reine Lebensmittel mit Freude und Leidenschaft für das Gute im Leben  zubereitet, wird bei mir fündig.  -> Kochen und Veredeln

 

Warum ich das mache?

Lebensmittel sind Mittel zum Leben! Ich baue Gemüse und Kräuter an, weil ich und meine Kunden sonst diese Lebensmittel nicht bekommen, aber auch weil es sinngebend ist, weil es mir dabei gut geht, weil es Freude macht, weil es spannend ist, weil ich stets am Lernen bin, weil ich von der entstehenden Zukunft fasziniert bin, weil ich Vertrauen im Lebensmittel brauche, weil es den Bienen und allen anderen Lebewesen gut tut, weil ich möglichst viele Handlungsoptionen im Leben will, weil ich gutes Essen genieße, und und und. Be-Grün-Dungen gibt es genug!

 

Was mich bewegt?

Im Moment ist es der 3-jährige Bub, der mich im Garten besucht, seine Erdbeeren frisch erntet, im Zuckermais Versteck spielt und Erwachsenen über den Garten aufklärt.

Aber auch, weil ich diese Arbeit wert-voll empfinde. Schon in jungen Jahren lernte ich das Hegen und Pflegen eines Gemüsegartens, das Ernten, das Kochen und das Konservieren von frischem Obst und Gemüse.  Seit ich die selbstversorgende Family Farm meiner Familie in Wisconsin verließ, habe ich immer "gegartelt" und das, was der Garten hergab, mit Freude genützt und geteilt, ob Gemüse und Obst, Setzlinge, Abstecker oder Samen. Über die Jahre ist meine Sehnsucht nach Gemüse direkt vom Garten gewachsen, insbesondere nach den Zutaten, die nur selten im Supermarkt oder Bauernladen zu finden sind, unter anderem die knackig-frische Süße von Erbsen, der erdige und vielseitige Geschmack von am Feld gereiften Tomaten, die unvergleichbare Süße von Zuckermais direkt nach der Ernte, das erstaunliche Spektrum an Geschmack und Farbe unter dem "Grünzeug" und Kräutern, von Grünkohl, Mangold und Co über asiatischen Blattsenf- und Kohlsorten bis hin zum Basilikum in sämtlichen Farbtönen und Aromen.

 

Warum jetzt?

Es stimmt, ich beginne in einem späteren Alter.  Nach viel Glück im Unglück bei einem Unfall 2016, fragte ich mich, was ich noch in meinem Leben machen will und die Antwort war sofort da: Gemüse professionell anbauen. Dann entdeckte ich, dass eine neue Generation von hart arbeitenden und höchst professionalisierten  Alt- und Jungbauern/bäuerinnen den kleinskaligen Ackerbau in Nordamerika und Großbritanien wiederaufleben lassen. Dabei haben sie nicht nur den Ertrag ihrer Feldern vor Augen sondern sichern auch die Nachhaltigkeit für sie und ihr Umfeld. Nun schlug ich einen neuen Weg in meiner Lernbiographie ein, oder besser:  viele wertvolle Umwege brachten mich wieder auf meinem ursprünglichen Weg? Jedenfalls erkannte ich, dass die Zeit nun reif war, mein Wissen und meine Erfahrung in der Wirtschaft, im Ackerbau und in der Pädagogik mit meiner Sehnsucht nach guten, vielfältigen Lebensmitteln zusammen zu führen. Mein Arbeitsplatz ist ein Ort der Ruhe und Lebensfreude. Schauen Sie mal vorbei! -> Kontakt

 

Meine Philosophie?

"Einen positiven Beitrag leisten" lautet seit langem mein Lebensprinzip. Noch wichtiger ist aber mein Stehsatz für das, was ich im Küchengarten tue: "Growing food is a cultural act." Es ist eine kulturelle Handlung Gemüse anzubauen, ebenfalls wie Essen eine landwirtschaftliche Handlung ist. Dieser Stehsatz - "Eating is an agricultural act." - kommt von Wendell Berry, einem amerikanischen Dichter und Bauer. Für ihn wissen wir erst das Essen zu schätzen, wenn wir die Verbindung zwischen Acker und Lebensmittel erkennen. Nachhaltigkeit beginnt bei der Produktion von Lebensmitteln, allerdings vollendet sie sich erst bei der Kaufentscheidung des Konsuments. Wir sind miteinander und mit der Natur verstrickt.

 

Aus meinem Gartentagebuch: Ackerbau ist die Wiege der Kultur. Ackerbau ist für mich auch eine politische Gelegenheit, weil sie mit der Erde verstrickt ist und somit mit jeder menschlichen Handlung, die die Erde beeinflusst. Die Zukunft der Zivilisation liegt, wie auch ihre Vergangenheit, in der Erde. Wie sichern wir eine gute Zukunft für Generationen über uns hinaus? Welche Rolle hat dabei die kleinstrukturierte Landwirtschaft? Weltweit sind kleine Farms unter 2 Hektar  - die meisten davon von Frauen einfach und umweltschonend bewirtschaftet - selten an der Macht aber doch in der Mehrheit.